Angekommen im neuen Zuhause: Was tun, wenn der Wasserdruck zu niedrig ist?

24.07.2014 |  Von  |  Umzugspraxis
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Angekommen im neuen Zuhause: Was tun, wenn der Wasserdruck zu niedrig ist?
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Oft stellt man erst nach dem Umzug in ein neues Heim fest, dass der Wasserdruck vor Ort zu niedrig ist. Gerade jetzt stehen aber meist umfangreiche Putz- und Reinigungsarbeiten an, sodass ein geringer Druck in den Wasserleitungen eher hinderlich ist und somit wertvolle Zeit kosten kann. Wie die Erfahrung immer wieder zeigt, sind die Ursachen für einen zu geringen Wasserdruck oft schon auf Anhieb erkennbar. So kann dieses Übel oft rasch an der Wurzel gepackt und das Problem behoben werden. Das können Sie bei einem zu geringen Wasserdruck tun:

Mitunter kann ein zu geringer Wasserdruck dadurch begründet sein, dass die vorherigen Bewohner aus Gründen der Kostenersparnis eine entsprechende Vorrichtung an den Wasserhähnen oder gar an der Hauptleitung angebracht haben. Überprüfen Sie deshalb zuerst, ob eine solche Installation auch in Ihrem neuen Zuhause vorhanden ist, und entfernen Sie sie bei Bedarf.

Ein Anruf genügt oft schon

Setzen Sie sich nach dem Umzug der Einfachheit halber zunächst mit dem lokalen Versorger in Verbindung. Dieser kann meist schon am Telefon Auskunft darüber geben, ob möglicherweise ein technischer Defekt oder eine sonstige Störung vorliegt. Üblicherweise wird diese kurzfristig behoben. Auch ist zu berücksichtigen, dass die Wasserwerke hin und wieder Überprüfungen und Kontrollen an den Leitungen durchführen. Allerdings werden die betreffenden Haushalte über derartige Massnahmen meist zwei Wochen im Voraus per Brief informiert. Schauen Sie also auch nach, ob sich möglicherweise eine solche Nachricht in Ihrem Briefkasten befindet.


 

Reparatur- und Wartungsarbeiten. (Bild: Auremar / Shutterstock.com)

Reparatur- und Wartungsarbeiten. (Bild: Auremar – Shutterstock.com)


Mitunter lapidare Auslöser

Die Ursache für einen zu niedrigen Wasserdruck kann durchaus auch ein verstopfter Wasserfilter sein. Dieser befindet sich in der Regel im Keller eines Hauses und soll verhindern, dass kleine Steinchen, Kies, Sand und ähnliche Partikel in die Wasserleitung geraten. Dies kann auf unterschiedliche Weise passieren, zum Beispiel auch durch Reparatur- oder Wartungsarbeiten. Grundsätzlich sind die Wasserwerke lediglich bis zum Hauptanschluss verantwortlich für die Wasserversorgung im Haus. Darüber hinaus kann der Vermieter zur Verantwortung gezogen werden, wenn die Wasserversorgung nicht ordentlich gewährleistet ist.

Idealerweise beträgt der Druck in einer Trinkwasserleitung, je nach Grösse eines Hauses, etwa zwischen drei und acht bar. Der Gesetzgeber schreibt den Wasserversorgern vor, dass ein durchschnittlicher Wasserdruck von rund zwei bis drei bar in normalen Gebäuden vorhanden sein sollte. Je mehr Stockwerke in einem Haus vorhanden sind, desto höher muss der Bar-Wert sein, wobei diesbezüglich für jede Etage 0,5 bar zusätzlich kalkuliert werden.

Im Baumarkt sind spezielle Druckmessgeräte für wenige Franken zu haben, mit denen Sie in Eigenregie den Wasserdruck in Ihrem Zuhause messen können. Dieses Gerät fixieren Sie einfach am Wasserhahn und lassen das Wasser dann mit maximalem Strahl etwa eine Minute lang laufen. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, lassen Sie den Wert einfach von einem professionellen Sanitärfachmann in Augenschein nehmen.

Einfach, aber effektiv

Zwar sind diese Massnahmen recht einfach durchführbar. Jedoch können Sie auch auf die unkonventionelle Weise versuchen, den Wasserdruck zu messen. Dafür brauchen Sie nichts weiter, als einen handelsüblichen 10-Liter-Eimer und eine Stoppuhr bzw. eine entsprechende App, die Sie sich auf Ihr Smartphone laden können. Drehen Sie den Wasserhahn ganz auf und lassen das Wasser laufen. Dauert es etwa 30 Sekunden, bis der Eimer vollständig mit Wasser gefüllt ist, kann man von einem Wasserdruck von rund 4 bis 5 bar ausgehen.

Grundsätzlich haben Mieter einen gesetzlich verankerten Anspruch auf einen adäquaten Wasserdruck in ihrem Zuhause. So können Sie sich also direkt an Ihren Vermieter wenden, um das Problem beheben zu lassen.

 

Artikelbild: © Maxal tramor – Shutterstock.com



Über Sandra Katemann

Sandra Katemann ist ausgebildete Bürofachwirtin im Personal- und Rechnungswesen, Werbetexterin und Coach und seit 2006 freiberuflich tätig. Sie verfügt über umfassendes Know-how in Sachen Marketing, Personalwesen, Redaktion, Konzeption, Presse- und Textarbeit.


3 Kommentare


  1. Regina Spitzl

    Hallo,
    mein Warmwasserdruck ist so deutlich niedriger als der Wasserdruck für Kaltwasser,
    dass ich heute den einfachen Test mit dem 10-Liter-Eimer durchgeführte. Der Eimer
    wurde in genau 120 Sekunden erst voll (genau 10 Liter). Das sind also gerade einmal 1 bis 1,25 Bar.
    Mein Vermieter weiss seit einem halben Jahr, dass der Wasserdruck viel zu niedrig ist.
    Vor zwei Tagen war ein vom Vermieter bestellter Wasserinstallateur im Haus und hat sich die Sache einmal angesehen. Er meinte nur, dass das an einem verschmutzen Filter liegen könnte. Mehr wurde aber nicht getan. Einen Termin erhielt ich jedenfalls nicht, wann die Sache endlich! behoben wird. Wie gehe ich weiter vor.
    Vorab vielen Dank für Ihre Antwort.
    Mit freundlichen Grüßen
    R. Spitzl

    • Hallo Frau Spitzl,

      Sie sollten nochmal Ihren Vermieter kontaktieren, um der Sache auf den Grund zu gehen.
      Der niedrige Wasserdruck kann von schlechten Rohren und Leitungen im Haus kommen oder sogar in seltenen Fällen vom Wasserdruckregler.
      Wir hoffen, Sie haben bei Ihrem Vermieter die Möglichkeit einen erneuten Termin für einen Klempner zu bekommen.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Die Redaktion

  2. Tach,
    Ich wohne seit 2011 in einer Wohnung im 3. OG und der Wasserdruck ist so niedrig, dass ich in der Hocke duschen muss (sprich es plätschert so vor sich hin…mit einem Eimer und ner Schale wär ich schneller) und hoffen muss, dass der Mieter unter mir nicht gleichzeitig sein Bad benutzt. Nun hab ich meinen Vermieter natürlich länger schon drauf hingewiesen und auch versucht, mir Hilfe beim Mieterbund zu hohlen. Aber erstens ist der Vermieter taub auf den Ohren und meint: „Ist so bei alten Gebäuden mit alten Rohren.“ Und der DMB Anwalt meinte nur: „Ihr Verschulden, wenn Sie vor dem Einzug nicht den Wasserdruck prüfen!“ Können Sie mir helfen?

    Danke schonmal im Voraus!
    Mit freundlichem Gruss
    A.Akduman

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