Studie: Ungesundes Wohnen macht krank

21.04.2016 |  Von  |  Allgemein
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Studie: Ungesundes Wohnen macht krank
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Die Wahl des Wohnumfeldes will auch unter gesundheitlichen Aspekten gut bedacht sein. Denn Europäer, die in Häusern mit ungesunden Wohn- und Innenraumbedingungen leben, haben durchschnittlich mehr Gesundheitsprobleme und leiden häufiger an grippeartigen Symptomen und Müdigkeit.

Dies zeigt eine neue Studie von VELUX und der Humboldt-Universität. Die Studie verweist auf fünf Merkmale ungesunder Wohnumfelder und kommt zu dem Schluss, dass die Bauindustrie und politische Entscheidungsträger zusammenarbeiten müssen, um das Wohlbefinden zu verbessern und dem Verlust von wirtschaftlicher Produktivität vorzubeugen.

Viele Europäer leiden täglich an Gesundheitsproblemen und einem eingeschränkten Wohlbefinden. Dies beeinträchtigt die Lebensqualität und die Leistungsfähigkeit und ist somit ein wahrscheinlicher Grund für einen beträchtlichen Produktivitätsverlust in der Wirtschaft. Die potenziellen Kosten für die Gesellschaft durch Krankheitstage und eine geringere Lebensqualität liegen im Milliardenbereich.

Eine neue, von der VELUX Gruppe in Zusammenarbeit mit der Berliner Humboldt-Universität durchgeführte Studie weist auf fünf Anzeichen hin, laut derer ungesundes Wohnen ein Teil des Problems ist.

Für das „Healthy Homes Barometer“ wurden 14.000 Europäer aus 14 Ländern befragt, um sich ein Bild davon zu machen, wie das Wohnen der Europäer Einfluss auf ihre Gesundheit nimmt.

„Unser Wohnumfeld ist wichtig für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden und muss gute Schlafbedingungen, ein gutes Innenraumklima und viel Tageslicht aufweisen. Die Ergebnisse der Studie sollten von der Bauindustrie und politischen Entscheidungsträgern berücksichtigt werden und dabei helfen, den Kurs für die Renovierung des existierenden Gebäudebestandes in Europa sowie für Neubauten vorzugeben“, so Michael K. Rasmussen, Marketingleiter der VELUX Gruppe.

Merkmale eines ungesunden Wohnumfeldes

Die Studie weist auf fünf Merkmale europäischer Wohnumfelder hin, anhand derer wir bestimmen können, ob wir gesund wohnen oder nicht. Diese sind: Schlafbedingungen, angenehme Raumtemperaturen, genügend Tageslicht, frische Luft und eine angemessene Luftfeuchte.

Die Ergebnisse sprechen Bände. Bei Europäern, die in kalten Häusern wohnen oder Schimmel in ihrem Zuhause haben, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie an Krankheiten wie Atemwegs- oder Kehlkopfinfektionen leiden, ungefähr um 50 % höher. Wenn das Wohnumfeld jedoch einen guten Schlaf zulässt, besteht bei Europäern eine 50 % höhere Wahrscheinlichkeit, dass sie bei guter Gesundheit sind und sich fit fühlen.

Viel Tageslicht halbiert fast das Risiko, sich schlapp zu fühlen, während bei Menschen, die zu Hause nie lüften, die Wahrscheinlichkeit, an Müdigkeit zu leiden, doppelt so hoch ist wie bei Europäern, die zwei- bis viermal täglich lüften.

Diese Eigenschaften stehen sowohl mit dem Wohnungsbau als auch mit den alltäglichen Gewohnheiten in Zusammenhang.

Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld und Gesundheit gehen Hand in Hand

Gesundes Wohnen ist nicht nur gut für unseren Körper. Es steigert auch unsere Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld. Ein guter Schlaf, viel frische Luft, viel Tageslicht und eine angemessene Luftfeuchte tragen am meisten zur Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld bei. Wenn es um Wohnzufriedenheit geht, ist den Menschen eine angenehme Innenraumtemperatur sogar noch wichtiger als die Heizkosten.

„Die Tatsache, dass die Faktoren für gesundes Wohnen auch die Faktoren sind, die unsere Zufriedenheit mit dem Wohnumfeld steigern, bringt frischen Wind in die öffentliche Debatte über nachhaltigen Wohnungsbau. Meiner Meinung nach müssen wir damit anfangen, in Sachen nachhaltiges Wohnen über den Tellerrand hinaus zu blicken und uns nicht nur auf Energiesparen zu konzentrieren, sondern auch auf die Gesundheit und eine hohe Lebensqualität“, so Michael K. Rasmussen.



Erhöhung der Lebensqualität bringt Produktivität voran

Das Potenzial, die Lebensqualität in Europa zu erhöhen, ist enorm. Laut der Studie ist jeder vierte Europäer der Ansicht, nicht gesund genug zu sein und sich nie richtig fit zu fühlen. Die Hälfte aller Europäer leidet an Halsschmerzen und Schnupfen.

Daten des britischen Statistikamtes belegen, dass 2013 allein im Vereinigten Königreich 27 Millionen Arbeitstage wegen leichten Erkrankungen wie Husten, Erkältungen oder grippalen Infekten verloren gingen. Dies zu vermeiden, würde der Gesellschaft Einsparungen in Milliardenhöhe und eine erhöhte Produktivität bescheren.

„Die Ergebnisse der Studie deuten auf ein gemeinsames Interesse der Regierungen, der Bauindustrie und privater Hausbesitzer hin. Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, diesen Wandel herbeizuführen“, resümiert Rasmussen.

Die Ergebnisse der Studie werden am 20. April auf dem zweiten „Health Buildings Day“ in Brüssel vorgestellt. Das „Healthy Homes Barometer“ kann auf hier heruntergeladen werden.

 

Artikel von: The VELUX Group
Artikelbild: © elwynn – Shutterstock.com



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