Umzug mit Katzen

12.03.2014 |  Von  |  Umzugsplanung
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Umzug mit Katzen
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Wer seine Wohnung mit Tieren teilt, muss bei einem Umzug oft ganz besondere Rücksicht walten lassen, denn nicht alle Arten vertragen einen Wechsel der gewohnten Umgebung gleich gut. Der angeblich grössten Herausforderung müssen sich die Besitzer von Katzen bzw. Katern stellen. Ob diese Behauptung stimmt, warum die Tiere so eigenwillig reagieren und wie Sie Probleme beim Umzug umgehen können, erfahren Sie hier.

Als sprichwörtliche „Gewohnheitstiere“ reagieren Katzen auf Veränderungen in ihrem Umfeld tatsächlich um einiges sensibler als andere Hausgenossen. Schon ein Wechsel des Futters, ein neues Kratzbrett oder ein umplatzierter Sessel können Sie „aus dem Tritt“ bringen. Dabei ist diese Formulierung durchaus wörtlich gemeint, denn viele Tiere wirken nach solch relativ harmlos scheinenden Neuerungen regelrecht desorientiert. Die Begründung für dieses merkwürdige Verhalten ist ebenso einfach wie verblüffend.

Wie schon das junge Kätzchen interessiert auch ältere Exemplare vor allem der Umstand, wo sie schlafen, fressen und sich erleichtern können. Im Unterschied zum Jugendstadium erweisen sich erwachsene Katzen neuen Situationen gegenüber jedoch regelrecht spreizig. Das liegt allerdings weniger am angeblich so ausgeprägten Willen der Tiere, sondern vielmehr daran, dass der Entdecker- und Bewegungsdrang sowie die Merk- und Lernfähigkeit schon in den „besten Jahren“ rapide nachlassen.

In Verbindung mit einem erstaunlich hohen Sicherheitsbedürfnis sind Katzen daher veranlasst, immer wieder die gleichen Orte aufzusuchen. Dazu kommt ein ausgeprägtes Revierverhalten, welches die Tiere auf regelmässigen Rundgängen zum Ausdruck bringen: Auch ohne äusseren Anlass durchschreiten sie mehrmals täglich ihren „Claim“, um diesen optisch und olfaktorisch zu markieren.

Bringen Sie Ihren Stubentiger in ein ihm unbekanntes Terrain, ist er in mehrfacher Hinsicht orientierungslos: Er weiss, sieht und riecht nicht (mehr), wie weit er gehen darf oder muss, um sich innerhalb seines angestammten Gebietes zu bewegen. Zu dieser Sorge gesellt sich nackte Angst, denn alle ihm vertrauten Zufluchtsorte sind verschwunden. Diese beiden Umstände führen zur einer – aus Sicht der Katze sogar der einzigen – vernünftigen Reaktion: verstecken! Sie sucht umgehend eine Stelle auf, die ihr sicher erscheint. Weil sich in Folge ihres Aufenthaltes dort der meiste Eigengeruch ansammelt, wird sie diesen Ort später immer wieder aufsuchen.

Aus diesem Wissen leiten sich für umzugswillige Katzenbesitzer eine Reihe logischer Vorbereitungen ab. Bei näherer Betrachtung weisen diese erstaunlich viel Ähnlichkeit mit den Massnahmen auf, die beim Einzug eines jungen Kitten ergriffen werden sollten. Vergleichen Sie selbst:

Eine möglichst vertraute Umgebung schaffen

So, wie Sie ganz zu Anfang vielleicht etwas Einstreu aus dem mütterlichen Katzenklo oder eine Handvoll Stroh aus der Wurfkiste mitgenommen haben, übernehmen Sie nun ein paar gewohnte Sachen aus dem bisherigen Domizil. Hierfür bieten sich Gegenstände an, die der Katze vom täglichen Gebrauch her vertraut sind, also beispielsweise ihre Fressnäpfe, das Schlafkissen oder die Toilette. Auch wenn der Wohnungswechsel Sie dazu verlockt, alles „schön neu“ zu machen: Im Interesse des Tieres sollten ruhig einige schon benutzte Dinge mitreisen!

Das zukünftige Revier (vorerst) soweit verkleinern, dass die Katze den Überblick behält

Wie bei einem jungen, übermütigen Kitten sollten Sie den Bereich, den Sie der Katze zur Verfügung stellen wollen, zunächst auf wenige Quadratmeter beschränken. Sie erleichtern Ihrem Tier damit die Orientierung und unterstützen seinen Sicherheitsanspruch. Beachten Sie dabei, dass der Zugang zur Toilette und die Versorgung mit Trinkwasser jederzeit gewährleistet sind.

Bedrohlich erscheinende Gerüche und Geräusche vermeiden

Nehmen die Tiere in der neuen Wohnung unbekannte oder gar bedrohlich scheinende Faktoren wahr, kann es zum Absetzen von Urin oder Kot kommen. Je nach Temperament handelt es sich dabei um ein Zeichen der Dominanz oder der Angst; niemals jedoch um eines von Protest oder Missfallen. Diese allzu menschliche Interpretation eines natürlichen Verhaltens wird dem damit zum Ausdruck gebrachten Bedürfnis der Katze nicht gerecht. Beseitigen Sie das Malheur kommentarlos und loben Sie stattdessen den ordnungsgemässen Gang zur Toilette. 

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Verändern Sie die Anordnung der Möbel im „Katzenzimmer“ also nicht. (Bild: Dirk Ott / shutterstock.com)

Sicherheit bieten

Der Umzug bedeutet für Ihre Katze Stress. Nachdem Sie ihr diesen aus gutem Grund zugemutet haben, ist es nun an der Zeit wieder Ruhe und Ordnung einkehren zu lassen. Verändern Sie die Anordnung der Möbel im „Katzenzimmer“ also nicht, vermeiden Sie es das Futter zu wechseln und nehmen Sie den gewohnten Tagesrhythmus wieder auf. Nur wenn Sie etwas grundsätzlich anders machen wollen, ist jetzt eine gute Gelegenheit. Haben Sie beispielsweise beschlossen, Minka oder Minkus künftig nicht mehr in Ihrem Bett schlafen zu lassen, dann zeigen Sie ihnen gar nicht erst den Weg dorthin.

Ruhe bewahren

Läuft trotz aller Ratschläge im neuen Domizil etwas schief, schieben Sie es bitte nicht gleich auf Ihr ach so eigenwilliges Haustier. Viel häufiger als die Katze selbst sind ungünstige Bedingungen die Ursache für plötzliches „Fehlverhalten“. So kann das zur Mode gewordene Wetzen an Stuhl- oder Tischbeinen auf eine schlecht erreichbare oder falsch platzierte Kratzstelle zurückzuführen sein; der neue Lieblings-Liegeplatz im Handtuch-Regal zeigt einen Mangel an Alternativen an und das nächtliche Mauzen ertönt nur, weil sie prompt darauf reagieren.

Was Ihre Katze zu unerwünschten Mätzchen treibt, erkennen Sie am besten, indem sie die bisherige Situation mit der neuen vergleichen – und dabei ausreichend selbstkritisch sind.

 

Oberstes Bild: © Konrad Mostert – shutterstock.com



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