Unerwünschte Anrufe zum Wechsel der Krankenkasse nicht hinnehmen

22.04.2015 |  Von  |  Publi-Artikel
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Unerwünschte Anrufe zum Wechsel der Krankenkasse nicht hinnehmen
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Das Telefon klingelt und am anderen Ende der Leitung möchte ein Call-Center von bestimmten Produkten oder Dienstleistungen überzeugen – ein Szenario, wie es vielen Schweizer Bürgern vertraut ist. Auch im Bereich der Krankenversicherung sind diese Anrufe keine Seltenheit, wobei zwischen seriösen und zurückhaltenden Nachfragen auch dubiose Methoden bei Anrufen zur Anwendung kommen.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft hat zwischen 2012 und 2014 eine fünfstellige Zahl an Beschwerden im Telefonmarketing registriert, die sich explizit auf den Wechsel der Krankenkasse bezogen. In nicht wenigen Fällen beginnt das Telefonat mit einem völlig anderen Thema, um dann relativ abrupt den Wechsel der Krankenkasse anzusprechen.

Seriöses Auftreten mit eindeutigen Absichten

Nicht selten tarnt sich die anrufende Seite als Behörde oder öffentliche Einrichtung, um zunächst mit allgemeinen Fragen rund um die eigene Person ein grundlegendes Vertrauen zu schaffen. Subtil oder direkt wird das Gespräch nach einigen Fragen in Richtung der Krankenversicherung gelenkt, um hiernach sofort die Vorteile eines potenziellen Wechsels aufzuzeigen. In den meisten Fällen streckt nicht einmal eine schweizerische Krankenkasse dahinter, stattdessen möchten dubiose Dienstleister Geld mit dem Wechsel machen. Viele von ihnen sitzen im Ausland, am anderen Ende der Leitung befindet sich eine billige Telefonkraft und nicht wie ursprünglich angekommen ein fachkundiger Mitarbeiter.

Wer sich in ein Gespräch mit den Anrufern verwickeln lässt, wird schneller als gedacht relevante Informationen rund um die Krankenversicherung preisgeben. Die Frage nach der grundsätzlichen Zufriedenheit mit dem bestehenden Schutz wirkt hierbei noch vertretbar. Schnell kommt es jedoch zu Fragen über vorhandene Zusatzversicherungen. Diese sind im Telefonmarketing besonders lukrativ, da der Angerufene einfacher zum Abschluss einer zusätzlichen Versicherung als zum vollständigen Wechsel seines Krankenversicherers zu bewegen ist. Und überhaupt werden sich Bürger hierzulande nach einem Gespräch nicht sicher sein können, wo die preisgegebenen Informationen über den vorliegenden Gesundheitsschutz oder eventuelle Erkrankungen landen werden.



Vermittlungspraxis in der Schweiz lässt Anrufe zu

Während viele Bürger hierzulande um eine Reduktion monatlich fortlaufender Kosten bemüht sind, ist der Wechsel zu einer anderen Krankenversicherung ein lukratives Unterfangen. Das Geschäft der Versicherungsmakler boomt, wobei diese im Auftrag einer oder mehrerer Krankenkassen arbeiten. Mit welchen Mitteln diese hierbei vorgehen, verläuft bis zum heutigen Tag relativ unreguliert, auch wenn die Krankenkassen selbst hierfür nicht verantwortlich gemacht werden können. Diese suchen sich ausschliesslich Vermittler für die Kooperation aus, die für jeden gewonnenen Kunden attraktive Provisionen erhalten. Mit welchen Mitteln die Vermittler hierbei vorgehen und ob diese z. B. auf billige Call-Center aus dem Ausland setzen, ist wenigen Krankenkassen bewusst.

Offiziell distanzieren sich sämtliche Krankenversicherer von solch dubiosen Methoden, auch wenn sie in der Praxis hierdurch manchen Kunden gewonnen haben dürften. Die Stimmen von Politikern und Verbrauchern werden jedoch lauter, um die Vermittler und Call-Center auf einen seriösen Weg zurückzuführen. Zum Druckmittel könnte hierbei die Häufigkeit gemeldeter Fälle werden, bei denen sich Angerufene von einem Vermittler überrumpelt fühlen und den Eindruck einer unseriösen Behandlung gewonnen haben. Häufig sich Beschwerden dieser Art, dürfte ein politische Vorgehensweise hiergegen umso wahrscheinlicher werden und Werbeanrufe wie in anderen Branchen üblich auf ein Minimum reduzieren.

Eigenständig nach einer besseren Krankenversicherung suchen

Zum Schutz der eigenen Daten und zum Kampf gegen die aktuelle Vermittlungspraxis bleibt dem einzelnen Bürger häufig nur eins: Auflegen! Und dies so schnell wie möglich, wenn deutlich wird, dass es sich beim Gespräch eigentlich um einen Vermittlungsanruf für eine Krankenversicherung handelt. Unabhängig hiervon ist es empfehlenswert, bei Interesse an den Angeboten anderer Versicherer selbst aktiv zu werden und sich über die Tariflandschaft zu informieren. Die Webseiten der einzelnen Krankenkassen oder neutrale Plattformen halten umfassende Informationen bereit, die für einen Wechsel relevant sind. Ein persönliches Gespräch vor Ort kann die Entscheidung fördern, wobei jede Krankenversicherung aus verständlichen Gründen einen Wechsel zum eigenen Unternehmen befürworten wird.

 

Oberstes Bild: © Bacho – shutterstock.com



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