Was ist Sperrmüll und wie entsorgen Sie ihn richtig?

12.06.2014 |  Von  |  Umzugspraxis
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Gerade ein Umzug, egal ob von der Stadt aufs Land oder nach Übersee, bietet eine gute Gelegenheit, auszumisten und sich von Altgedientem zu trennen. Ob Sofa, Waschmaschine oder Wohnzimmereinrichtung, vieles davon ist alt und von Gebrauchsspuren gezeichnet, sodass es einfach ausgedient hat. Doch wie entsorgt man diese Sorte Müll am besten und vor allem richtig?

Grosse, unhandliche Gegenstände bezeichnet man als Sperrmüll, der gesondert entsorgt werden muss. Es gibt in jeder Schweizer Stadt wie Bern oder Zürich feste Abfuhr-Termine für die Sperrmüll-Entsorgung, die meist einmal pro Jahr stattfinden. Trifft sich dieser nicht mit dem geplanten Umzugstermin, kann bei der Gemeinde oder der Stadt zusätzlich ein Termin für die Sperrmüll-Abfuhr beantragt werden.

Diese Abholung ist kostenpflichtig, dafür holt ein eigener Müll-LKW mit fachmännischem Personal die Dinge ab und sorgt für deren reibungslose Entsorgung. Oder aber man organisiert sich einen Sperrmüllcontainer bei einem Recyclinghof, der nach dem Befüllen wieder abgeholt wird. Diese Kosten sollte man in Kauf nehmen, wobei man sich nach dem Entrümpeln ja bei den Nachbarn oder in der Umgebung umhören kann, ob jemand noch gut erhaltene Möbelstücke gebrauchen kann. Sollte daran Interesse bestehen, spart man sich die Entsorgungskosten und jemand anderer hat Freude an einem schönen Sofa oder einem alten Schrank.

Bevor man taugliche Möbel und sonstige Gegenstände in den Müll befördert, können sie auch mittels Inserat in speziellen Börsen im Internet oder aber durch Aushänge am Schwarzen Brett angeboten werden. Entweder man verlangt ein kleines Entgelt oder aber man verschenkt die Sachen einfach gegen Abholung. Studenten, junge Leute, die gerade ihren ersten Hausstand einrichten, oder auch Personen, die sich nicht sofort Neues anschaffen können, wenn Altes kaputtgeht, freuen sich über solche Initiativen immer. Und der Besitzer der Möbel selbst hat ein gutes Gewissen, wenn er weiss, dass seine lieb gewonnenen Stücke nicht im Müll landen.

Vielleicht besteht ja noch die Zeit, ausrangierte Möbel und andere Gegenstände, die in gutem Zustand sind, aber im neuen Zuhause nicht mehr gebraucht werden, auf einem Flohmarkt zu verkaufen oder aber an eine karitative Organisation zu geben. Gerade diese freuen sich über jegliche Sachspenden, die noch gut erhalten sind.

Grundsätzlich zählt all das als Sperrmüll, was nicht in eine 120-Liter-Mülltonne passt, diese beschädigen oder das Entleeren erschweren könnte. Zudem gilt die Regelung, dass Sperrmüll von Hand verladen werden muss. Beispiele dafür sind Autokindersitze, Aquarien, Matratzen, alte Fahrräder, Bettgestelle oder Gartenmöbel.

Elektrogeräte sind Sondermüll. (Bild: ChameleonsEye / Shutterstock.com)

Elektrogeräte sind Sondermüll. (Bild: ChameleonsEye / Shutterstock.com)

Elektrogeräte sind Sondermüll

Sowohl Elektro- als auch Elektronik-Altgeräte enthalten eine grosse Menge an Ressourcen wie Silber, die verarbeitet werden können, oder aber Schadstoffe wie die Schwermetalle Quecksilber, Kadmium oder Blei. Da auch oftmals FCKW enthalten ist, ist dieser Müll stark umweltbelastend und darf nicht in den Restmüll. Er muss getrennt gesammelt und der Wiederverwertung zugeführt werden.

Andere unbewegliche Gegenstände, die im Rahmen eines Umzuges zurückbleiben, sind auch nicht automatisch Sperrmüll, denn Erde oder Dachziegel und Glas oder aber Badewanne und Waschbecken sowie Fenster und Türen müssen gesondert entsorgt werden. Badewannen etwa zählen zum Altmetall und unterliegen einer speziellen Regelung. Am besten erkundigt man sich bei seiner Gemeinde, wie man solche Gegenstände am besten einer Entsorgung oder im besten Fall einer Wiederverwertung zuführt.

Da nicht alle Entsorgungsbetriebe die exakt gleiche Definition von Sperrmüll verwenden, ergibt es Sinn, sich hier im Vorfeld entsprechend zu erkundigen. Diesbezüglich und natürlich auch in Sachen Kosten der Entsorgung ist ein Vergleich mehrerer Entsorgungsfirmen durchaus sinnvoll. Dazu sollte man nur wissen, wann der Entsorgungstermin stattfinden sollte und wie viel das Entsorgungsgut mengenmässig ausmacht.

Die Bereitstellung nicht vergessen

Bevor am Umzugstag die Helfer kommen, um das Umzugsgut abzuholen, kann das Sperrgut am Vortag vor dem Haus ebenerdig bereitgestellt werden. Zeitlich gilt hier das Limit 7.00 Uhr morgens, wobei in der Folge bis 19.00 Uhr dann die Abholung und Verladung erfolgen. Zu beachten ist, dass durch die Bereitstellung der ausrangierten Dinge vor dem Haus weder Fussgänger oder Radfahrer noch sonstiger Strassenverkehr beeinträchtigt oder gefährdet werden dürfen.

Im Unterschied zur Entsorgung von Hausmüll, bei der die entsprechenden Tonnen einfach vom Entsorgungsfahrzeug automatisch angehoben und entleert werden, müssen beim Sperrmülltransport die Mitarbeiter Hand anlegen und die Gegenstände einzeln auf das Entsorgungsfahrzeug heben. Erst dann erfolgt die Inbetriebnahme der Presse, die den Sperrmüll zerkleinert und verdichtet. So kann einfach und ohne viel zeitlichen Aufwand eine grössere Menge mit dem Fahrzeug in einem Arbeitsgang komplett abtransportiert und entsorgt werden.

 

Oberstes Bild: © bluecrayola – Shutterstock.com




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