Aktuelle Studie: Viele Mieter müssen durch Corona eine zu hohe Miete schultern

26.05.2020 |  Von  |  Immobilien, News

Berlin. Eine aktuelle Studie zur finanziellen Lage von Mietern in Deutschland zeigt, dass viele aufgrund von Corona durch eine zu hohe Miete belastet werden.

Durchschnittlich kann schon die Kürzung eines Einkommens um 100 Euro im Monat zu einer Überlastung bei den Wohnkosten führen.

Kaum vorhandene finanzielle Rücklagen belasten Mieter in der Coronakrise

Kurzarbeit oder der Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund der Coronakrise bringen viele Mieter derzeit in finanzielle Schwierigkeiten. Wie eine Stichprobenstudie des Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigt, haben Mieter kaum bis gar keine finanziellen Rücklagen, um die Einkommensverlust auf Dauer ausgleichen zu können.

Die Höhe der Wohnkosten, zu denen sowohl Miete als auch Nebenkostend und Strom zählen, haben sich während der Krise nicht verändert. Das bedeutet, dass Mieter durch Corona eine zu hohe Miete tragen müssen. Führen Wohnkosten dazu, dass 40 Prozent oder mehr des Einkommens auf diese aufgewendet werden müssen, gilt ein Haushalt in der Regel als überlastet. Laut den aktuellen Daten des SOEP führt bereits ein Einkommensverlust von 100 Euro im Monat dazu, dass Haushalt diese 40-Prozentgrenze erreichen. Besonders betroffen sind demnach Haushalte mit geringen Einkommen oder mit einem alleinerziehenden Elternteil (Quelle: Tagesspiegel.de).

Rund ein Viertel der Mieter in Deutschland hat keine finanziellen Rücklagen, um solche Verluste ausgleichen zu können. Laut SOEP betrifft dies etwa zehn Millionen Haushalte. Wichtig zu erwähnen ist diesbezüglich, dass sowohl in Grossstädten als auch in kleineren Städten oder Gemeinden Mieter durch Corona eine zu hohe Miete tragen müssen. Oftmals ist das Mietniveau in Grossstädten bereits sehr hoch, in ländlichen Regionen oder Kleinstädten fallen die Einkünfte in der Regel geringer aus – beides hat bei einem Einkommensverlust Auswirkungen.

Corona: zu hohe Miete durch passende Massnahmen ausgleichen

Die Bundesregierung hat das Mietrecht unter Corona zunächst bis zum 30. Juni 2020 so geändert, dass Mietrückstände nicht zu einer Kündigung führen dürfen. Das gilt, wenn die Rückstände glaubhaft aufgrund der Folgen durch Corona entstanden sind. Folgende Massnahmen gelten derzeit für Mieter, die von der Coronakrise betroffen sind:

  • Kündigungsschutz von 01.04.2020 bis 30.06.2020
  • Rückzahlung der Mietrückstände bis 30.06.2022

Die Daten des SOEP lassen nun vermuten, dass die bisherigen Massnahmen eventuell nicht ausreichen könnten. Mieter, die durch Corona eine zu hohe Miete aufbringen müssen, werden voraussichtlich mehr Zeit benötigen, Rückstände anzugleichen, als bisher angenommen. Derzeit wird nur von einer langsamen Erholung der wirtschaftlichen Situation in Deutschland ausgegangen.

Dies bedeutet gleichzeitig jedoch auch, dass sich die Einkommenssituation von Mietern ebenfalls nur langsam erholen wird. Welche Auswirkungen dies haben könnte und welche Massnahmen für Mieter zukünftig wichtig wären, will das SOEP in den nächsten Monaten durch eine deutschlandweite Studie ermitteln.

 

Quelle: mietrecht.com
Titelbild: Symbolbild / Watchara Ritjan / shutterstock

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