Einbürgerungsgebühren in Schwyz viermal höher als in Sitten

30.07.2019 |  Von  |  News, Umzugspraxis
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Über 13 Milliarden Franken nimmt die öffentliche Hand jährlich durch Gebühren ein. Neu bietet der Online-Vergleichsdienst comparis.ch eine Übersicht über den Gebühren-Dschungel.

Zum 1. August hat comparis.ch die Einbürgerungsgebühren in den 26 Kantonshauptorten verglichen: In Schwyz kostet eine Einbürgerung mit Gebühren von 3’600 Franken pro alleinstehende Person über viereinhalbmal mehr als in Lausanne.

Schweizer Bürger haben ein dreifaches Bürgerrecht. Sie sind nationale, kantonale und Gemeindebürger. Der Erwerb dieser drei untrennbaren Rechte ist jeweils mit Gebühren verbunden. Eine ordentliche Einbürgerung einer erwachsenen alleinstehenden Person kostet beim Bund 100 Franken.

Teurer wird es auf kantonaler und kommunaler Ebene. Der Online-Vergleichsdienst comparis.ch hat bei den 26 Kantonen und Hauptorten die Kosten untersucht und ist auf einen Tarif-Dschungel gestossen. Fixe Tarife gibt es nicht. Die Höhe der Einbürgerungsgebühr hänge vom Aufwand ab, betonen die Einbürgerungsämter. Comparis hat nach dem jeweils einfachsten Fall gefragt: kein zusätzlicher Aufwand und kein Sonderfall wie etwa die erleichterte Einbürgerung oder die Einbürgerung von Kindern.

Am günstigsten ist Lausanne mit mindestens 800 Franken Einbürgerungsgebühren. Viereinhalbmal teurer ist das Paket in Schwyz. In der Romandie und im Tessin sind die Einbürgerungen tendenziell günstiger. In der Deutschschweiz fällt Appenzell durch neubürgerfreundliche Gebühren auf. Der Grossteil der ausländischen Neubürger in Innerrhoden der letzten Jahre stammt gemäss dem Sekretariat Einbürgerungswesen Appenzell aus dem Kosovo, Mazedonien und aus Serbien. Gesamtschweizerisch sind hingegen Deutschland und Italien die wichtigsten Herkunftsländer für Einbürgerungen.




Schweizermacher in der Romandie

„Mit dem Aufwand allein und allfälligen Zusatzleistungen wie Neubürgerkursen lassen sich die Differenzen der Einbürgerungsgebühren nicht vollständig erklären. Abgesehen vom Aufwand scheinen die Einbürgerungskosten auch Lenkungscharakter zu haben“, vermutet Comparis-Gebühren-Experte Leo Hug. Ein Hinweis darauf sei der Anteil der ausländischen Bevölkerung, der sich in einem Jahr einbürgern lässt.

Demnach sind die Kantone der Romandie die rührigsten Schweizermacher. In den Kantonen Genf, Neuenburg, Waadt und Wallis betrug der Anteil der eingebürgerten Ausländer im Jahr 2017 2,7 Prozent und mehr. Jüngere Statistiken sind nicht erhältlich. Die Kantone mit den relativ wenigsten Einbürgerungen sind Ausserrhoden, Glarus, Graubünden, Schwyz, Thurgau und Uri, alles Kantone in deren Hauptort die Einbürgerung über 2’000 Franken kostet.

Mit den Einbürgerungsgebühren ist es aber nicht getan. „Das in der Einbürgerungsgebühr enthaltene Leistungspaket umfasst nicht überall dasselbe“, hat Hugs Analyse ergeben. So ist beispielsweise in Schwyz der Einbürgerungskurs in der Gebühr enthalten. Anderswo werden entsprechende Kurse von externen Organisationen angeboten und kosten zusätzlich. In Zürich zum Beispiel 360 Franken und in Zug 300 Franken. In Zürich kostet der Nachweis der Sprachkenntnisse nochmals 250 Franken.

Sind Einbürgerungsverfahren abgeschlossen und alle Gebühren bezahlt, erhalten Einbürgerungswillige zudem nicht automatisch den begehrten roten Pass. Dieser kann nur gegen eine weitere Gebühr von 140 Franken angefordert werden. Im Kombiangebot mit der Identitätskarte gibt es ihn für 148 Franken.

Gebühren auf comparis.ch

Was erwartet In- und Ausländer in der Schweiz an staatlichen Gebühren und Gebühren von staatsnahen Unternehmen? Das finden User neu auch auf der Gebührenübersicht von comparis.ch. Infos gibt’s hier über Parkplatzgebühren, Schwarzfahrergebühren, Hundetaxen etc. Erfahren Sie, wie Sie sich gegen zu hohe Gebühren wehren können.

 

Quelle (Text + Grafiken): comparis.ch
Titelbild: Marc Studer – shutterstock.com

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