Gut für Eigentümer: Innovationen drängen auf den Immobilienmarkt

25.09.2018 |  Von  |  Immobilien, News
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Die Provision – das Geschäftsmodell von Immobilienmaklern seit Jahrzehnten – bekommt Konkurrenz durch eine digitale Jungfirma.

Der enorme Wohnungsbau der letzten 10 Jahre zeigt langsam seine Wirkung und auch das Abschwächen der Nettozuwanderung in die Schweiz führt zum Abbremsen des starken Preisanstieges von Immobilien. Trotzdem befinden sich Miet- und Kaufpreise von Immobilien auf einem historischen Hoch und urbane Zentren wie Zürich oder Genf haben das Problem Wohnungsnot noch immer nicht überstanden.

Für Immobilienmakler ist es eine Zeit des Booms, basiert doch die Bezahlung nach wie vor auf dem Prinzip der Provision: einem Prozentsatz des Verkaufspreises. Doch immer mehr junge Unternehmen streben nach der digitalen Revolution im Immobilienmarkt. Vor weniger als einem Jahr eröffnet, und extrem erfolgreich in der französischen Schweiz gestartet, expandiert nun das Startup Neho.ch unter anderem in den Kanton Zürich. Die Neuheit: Ein Fixpreis von CHF 7’500 beim Verkauf einer Immobilie, unabhängig von Grösse, Lage oder ähnlichem. Möglich gemacht wird dies vor allem durch die Digitalisierung von Prozessen.

Wer beim Hausverkauf einen Makler heranzieht, bezahlt heute in der Regel eine Kommission von rund 3% des Verkaufspreises. Dass dieser Betrag für die Hauseigentümer so hoch ist, liegt im Wesentlichen an zwei Marktineffizienzen:

Eigentümer, die ihre Liegenschaft verkaufen wollen, wenden sich häufig an mehrere Makleragenturen. Die direkte Folge: Durchschnittlich führt nur jedes dritte Mandat zu einem Vertragsabschluss, weshalb der Makler die entstandenen Ausgaben mit den abgeschlossenen Verträgen „wettmachen“ muss.

Makleragenturen haben ausserdem sehr hohe Fixkosten – repräsentative Büros an bester Lage, Papierdokumentationen, wenig automatisierte Prozesse, Fixkosten für einen Teil der Maklerlöhne.

Da vor allem in den Städten noch immer Wohnungsknappheit herrscht, akzeptiert der Markt hohe Preise für Immobilien. Dies ist zwar gut für Verkäufer, allerdings spült es auch zehntausende Franken in die Taschen eines Maklers. Bei einem durchschnittlichen Arbeitsaufwand von 20-40 Stunden und einem Erlös von durchschnittlich CHF 30’000 resultiert dies in einem beachtlichen Stundenlohn von CHF 750 – CHF 1’500 / Stunde.

Neho hat eine Lösung entwickelt, die für den Verkäufer einer Immobilie dasselbe Resultat erzielt: einen Professionellen Aufbau, sowie die Abwicklung des Verkaufes. Dabei liegen die Kosten bei fixen CHF 7’500 – unabhängig vom Wert der Immobilie selber. Die Zahlen des Unternehmens sprechen für sich: Vor 11 Monaten in Lausanne gestartet unterstützt(e) Neho bereits 160 zufriedene Kunden. Die enorme Nachfrage führte auch zu personellem Wachstum: von ursprünglich vier, ist auch das Team auf mittlerweile 19 Mitarbeiter angewachsen.

Und über den Rösti-Graben: Im August 2018 begann Neho.ch die Expansion in die Deutsch-Schweiz. Auch wenn bekannter Weise der Schritt über den Rösti-Graben nicht immer leicht ist, reagiert der Markt ausserordentlich positiv: Vor allem im Kanton Zürich, wo hohe Maklergebühren bis jetzt unumstritten waren bietet sich Neho als willkommene Alternative für verkaufsinteressierte Eigentümer an. Direkte Anerkennung kommt auch von der Immobilienindustrie selber, so wurde Neho doch für den (deutschsprachigen) Real-Estate-Award 2018 nominiert.

Das Geheimnis hinter einem Fixpreis von CHF 7’500 sind vor allem digitale Prozesse in Kombination mit traditionellen Elementen: die Begleitung durch einen Experten in jeder Verkaufsetappe, unterstützt durch eine Online-Plattform. Kurz gesagt besteht die gesamte Wertschöpfungskette, die dazu beiträgt, eine Liegenschaft zu möglichst vorteilhaften Bedingungen zu verkaufen (Schätzung der Immobilie, Inserate auf allen grossen Websites, virtueller Besuch, Verhandlungshilfe sowie rechtliche, finanzielle und steuerliche Beratung…). Die Zeitersparnis durch Digitalisierung und der Anteil der Mandate mit Verkaufsabschluss von fast 100% reduzieren die Kosten für Eigentümer drastisch.

Daten zum Schweizer Markt

  • Anzahl Wohnungen und Häuser (ohne Mietobjekte, 2015): 1’969’000
  • Durchschnittlicher Verkaufspreis (2017): CHF 961’000. –
  • Geschätzte Transaktionen in der Schweiz pro Jahr: 40’000-50’000

Quelle: Immo-Monitoring 2018/1, Wuest&Partner

  • Geschätzte durchschnittliche Maklerkommission bei einem Verkauf: CHF 30’000.–
  • Geschätzter Anteil der Verkäufe mit Beteiligung eines Maklers: 60%
  • Geschätzte Maklerkommissionen pro Jahr: CHF 810 Millionen

Quelle: PropTechPartners

 

Quelle: PropTech Partners
Artikelbild: Fertas – shutterstock.com

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