Städtisches Wohnen blieb im Jahr 2020 trotz Corona sehr gefragt

25.01.2021 |  Von  |  Immobilien, News

Über die vergangenen zwölf Monate weist der homegate.ch-Mietindex eine leicht ansteigende Tendenz von +0.9 Prozent aus. Ein wichtiger Grund für die robuste Mietpreisentwicklung war die steigende Nettozuwanderung.

Im Gegensatz zu den Vorjahren gab es kein systematisches Gefälle zwischen eher städtischen und ländlichen Kantonen. Im Jahr 2020 gab es im Kanton Appenzell den stärksten Mietpreisanstieg (+2.7 Prozent).

Zu diesem Ergebnis kommt der homegate.ch-Angebotsmietindex, der vom Immobilienmarktplatz homegate.ch in Zusammenarbeit mit der Zürcher Kantonalbank (ZKB) erhoben wird. Er misst die monatliche, qualitätsbereinigte Veränderung der Mietpreise für neue und wieder zu vermietende Wohnungen anhand der aktuellen Marktangebote.

Angebotsmieten vom Virus unbeeindruckt

Ein ausserordentliches Jahr hinterlässt am Mietwohnungsmarkt kaum Spuren. Mit einem Plus von 0.9 Prozent sind die Schweizer Angebotsmieten sogar stärker angestiegen als im Vorjahr. Ein wichtiger Grund für die robuste Mietpreisentwicklung war die steigende Nettozuwanderung. Zudem federn Kurzarbeitsentschädigungen den Einfluss auf das Portemonnaie der Mieter ab. Der Mietwohnungsmarkt wird somit seinem Ruf als Fels in der Brandung gerecht.

Gefälle zwischen Stadt und Land weicht sich auf

Im Gegensatz zu den Vorjahren gab es 2020 kein systematisches Gefälle zwischen eher städtischen und ländlichen Kantonen. In den Jahren zuvor übten die steigenden Leerstände in ländlichen Kantonen Druck auf deren Mieten aus. Im Jahr 2020 gab es im Kanton Appenzell den stärksten Mietpreisanstieg (+2.7 Prozent), dicht gefolgt von den Kantonen Genf (+2.6 Prozent), Thurgau und Zug (jeweils +2.5 Prozent) sowie Graubünden (+2.4 Prozent).

Auch im Kanton Zürich waren die Mieten mit einem Plus von 2.3 Prozent stärker angestiegen als der Schweizer Durchschnitt. Zwei Faktoren sind für das Aufweichen der Mietpreisentwicklung zwischen städtischen und ländlichen Kantonen verantwortlich. Erstens konzentriert sich die schweizweite Bauindustrie aufgrund der Leerstandsproblematik an peripheren Lagen wieder bestmöglich auf städtische Regionen. Zweitens führt vermehrtes Arbeiten von zu Hause zu Ausweicheffekten aufs Land. Der für den Kanton Graubünden ausserordentlich starke Mietanstieg deutet wiederum darauf hin, dass Mietwohnungen in Ferienwohnungen in diesem Jahr einer besonderen Beliebtheit erfreuten.

Städtische Mietwohnungen bleiben im Trend

Städtisches Wohnen blieb hingegen trotz COVID-19 weiterhin sehr gefragt. Mit der Ausnahme der Städte Lugano und Bern war das Mietpreiswachstum in allen grossen Städten der Schweiz überdurchschnittlich ausgeprägt. In Lugano sind die Mieten aufgrund der Leerstände bereits seit geraumer Zeit unter Druck. Daran konnte bislang auch Corona nichts ändern.



Qualitätsbereinigung

Die Entwicklung der Angebotsmietpreise für die Schweiz wird um die unterschiedliche Qualität, Lage und Grösse der Wohnungen korrigiert. Der Vorteil dieser so genannten hedonischen Methode liegt darin, dass die wirkliche Mietpreisentwicklung für neue und wieder zu vermietende Wohnungen auf homegate.ch abgebildet wird. Der homegate.ch-Angebotsmietindex ist der älteste qualitätsbereinigte Mietpreisindex der Schweiz und gilt als Referenzquelle für Immobilienprofis für die Preisbestimmung von Mietobjekten.

Der nächste homegate.ch-Mietindex erscheint am 02.02.2021.

 

Quelle (Text + Grafik): Homegate
Titelbild: Lena Serditova – shutterstock.com

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