Internationaler Umzug – diese Möglichkeiten und Helfer gibt es

06.05.2020 |  Von  |  Umzugsplanung, Umzugspraxis

Schon bei einem Inlandsumzug gibt es bisweilen einiges zu beachten. Neben dem Möbeltransport wird gegebenenfalls eine Ummeldung notwendig. Wohndokumente und Mietverträge müssen unterzeichnet, die neue Wohn- und Arbeitsumgebung ausgekundschaftet werden. Bei einem Umzug ins Ausland ist das nicht anders und fast immer kommen hier noch weitere Organisationspunkte hinzu.

Die Gründe für einen internationalen Umzug können vielseitig sein. Manche finden im Ausland einen neuen Arbeitsplatz, andere eröffnen eine Zweigstelle mit Auslandssitz. Wieder andere möchten fernab der Heimat einfach den Neubeginn wagen. Ungeachtet dessen, sind die grundlegenden Schritte zur Planung eines Auslandsumzugs aber meist dieselben. Hier ein paar nützliche Tipps für Sie.

Kein Umzug ohne Vorbereitung

Den grössten Fehler, den man beim Umzug ins Ausland machen kann, ist unvorbereitet zu sein. Das fängt beim Erlernen der Landessprache an und hört mit guten Vorkenntnissen zu hiesigen Landesgesetzen und kulturellen Besonderheiten auf. Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl von Sprachkursen und Guides, die Interessierte auf das Abenteuer Ausland vorbereiten.

Auch eine Sprachreise zur Weiterbildung kann eine gute Idee sein, um sich vorab ein Bild von dem Land zu machen, in das man umziehen möchte. Ähnlich empfehlenswert sind Reisedokumentationen und Kultursendungen, die sich ganz gezielt mit der entsprechenden Destination beschäftigen.


Eine Sprachreise ist eine gute Möglichkeit, um sich vorab mit dem Land, der Kultur und Sprache vertraut zu machen. Bild: TierneyMJ – shutterstock.com


Behördliche Vorkehrungsmassnahmen

Ob und welche Anträge man bei einem internationalen Umzug stellen muss, hängt stark davon ab, wo genau man hinzieht. Bürger der Europäischen Union und damit auch Schweizer können sich gemäss dem EU-Bestimmungen für Auslandswohnsitze frei in EU-Mitgliedsstaaten aufhalten und erwerben bei guter Führung nach fünf Jahren sogar automatisch ein Daueraufenthaltsrecht. In solchen Fällen besteht einzig eine Meldepflicht am Wohnort.

Anders sieht es bei Nicht-EU-Ländern aus. Hier müssen Sie für gewöhnlich zunächst einmal ein Bleiberecht erwirken. Dieses ist geknüpft an bestimmte Auflagen, wie einen Sprachtest, Nachweise zum Beschäftigungsverhältnis und Bildungsstand sowie der finanziellen Situation. Besonders streng sind die Auflagen in Ländern wie den Vereinigten Staaten. Die hier zum Daueraufenthalt notwendige Greencard wird nur an Antragsteller mit einwandfreiem Bewerberprofil vergeben. Zu diesem Zweck werden selbst Äusserungen im Mail- oder Telefonverkehr von den Sicherheitsbehörden des Landes genau durchleuchtet.

Mit Blick auf die Berufstätigkeit im Ausland gibt es weitere Behördengänge, die zu erledigen sind. Sofern Sie Ihre berufliche Tätigkeit massgeblich im Zielland ausüben, ist eine Anmeldung bei den landeseigenen Finanzbehörden notwendig. Je nach Fall kann es hier sinnvoll sein, den Auslandssitz lediglich als Zweitwohnsitz anzumelden oder, im Falle einer Firmeneinrichtung, diese als Aussenstelle beim heimischen Finanzamt zu hinterlegen.

Gesundheit und Vorsorge im Ausland

Geht es dauerhaft weiter in die Ferne, werden in manchen Ländern Schutzimpfungen wichtig. Vor allem bei einem Umzug in tropische Länder müssen Sie ausreichend gegen Tropenkrankheiten wie Malaria oder Gelbfieber geimpft sein. Auch sind die Hygienestandards nicht in jedem Land gleich gut ausgeprägt. Denken Sie daher stets an einen umfassenden Selbstschutz.

Was die Gesundheitsvorsorge im Ausland betrifft, können die Leistungen heimischer Krankenversicherungen limitiert sein. Bei einem Hauptwohnsitz im Ausland leisten vor allem staatliche Krankenkassen meist nur eine dem Auslandswohnsitz angepasste Hilfe. Für mehr Komfort und umfassende Versicherungsleistungen muss es dann schon eine private Krankenversicherung sein. Gleiches gilt für Rentenversicherungen und Vorsorge im Alter. Zwar kann man sich eine im Heimatland erworbene Rente auch im Ausland auszahlen lassen, die Rentenbeträge sind oftmals allerdings stark herabgesetzt.



Wohnkosten im Ausland

Je nach wirtschaftlicher Lage im Auswanderungsland können Miet- und Wohnkosten teurer oder günstiger sein. Ein Aspekt, der schon für viele Firmen und Privatpersonen eine tragende Rolle bei der Entscheidung für einen Auslandsumzug spiele. Diesbezüglich sei auch auf abweichende Wohnkostenmodelle im Ausland hingewiesen.

So zahlt man im Vereinigten Königreich neben der eigentlichen Miete beispielsweise noch die sogenannte Council Tax. Sie enthält alle Abgaben für Öffentlichkeitsmassnahmen der Stadt wie Müllentsorgung oder Strassenreparaturen und ist nicht im regulären Mietpreis enthalten. Auch Lebensmittel-, Strom- und Internetkosten können in Grossbritannien unterschiedlich ausfallen und guter Service ist nicht zwingend billiger als der Schweizer Standard. Man sollte vor einem Umzug ins Ausland also auch die Lebenshaltungskosten am neuen Wohnsitz recherchieren.

Das Hab und Gut ins Ausland transportieren

Möbelspeditionen sind, zumindest bei interkontinentalen Umzügen auch für Auslandsumzüge die beste Wahl. Es gibt einige Speditionen, die sich auf diese internationale Umzüge spezialisiert haben und dementsprechend preiswertere Transportkonditionen anbieten als ein heimisches Umzugsunternehmen.

Teurer wird der Möbelversand per Flugzeug oder Schiff, wobei Frachtcontainer aus dem Schiffsverkehr die bessere Wahl sind. Führen Sie hier vorab einen sorgfältigen Preisvergleich durch und engagieren Sie ausschliesslich seriöse Unternehmen mit zertifiziertem Firmenprofil. Fracht- und Transportverträge sind unbedingt abzuschliessen, damit es beim Verlust von Habseligkeiten nicht zu rechtlichen Problemen kommt.

 

Titelbild: 4 PM production – shutterstock.com


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