Schweizer Immobilienmarkt: Mieten sinken, Preise für Wohneigentum steigen

03.11.2021 |  Von  |  Immobilien, News

Der Oktober offenbart gegenläufige Tendenzen auf dem Mieter- und Eigentümermarkt. Dies steht sinnbildlich für die aktuelle Lage auf dem Schweizer Immobilienmarkt. Bringt die global steigende Inflation die Trendwende bei den Leitzinsen und damit auch ein Ende des Immobilienbooms?

Neben kühleren Temperaturen brachte der Oktober auch schweizweit sinkende Angebotsmieten. Die in Inseraten publizierten Mietpreise liegen mit –0,4 Prozent leicht unter den Vormonatswerten. Auch der längerfristige Trend ist negativ: Innert Jahresfrist sind die Mieten um –1,1 Prozent gefallen. Dies zeigt der Swiss Real Estate Offer Index, der von ImmoScout24 in Zusammenarbeit mit dem Immobilien-Beratungsunternehmen IAZI AG erhoben wird.

Die regionale Analyse für den Oktober weist aus, dass sich die Mieten je nach Landesteil unterschiedlich entwickeln. Im Mittelland (–0,3 Prozent) und in der Nordwestschweiz (–0,1 Prozent) sind die Preise gefallen. Zunahmen sind hingegen zu verzeichnen in der Genferseeregion (+0,5 Prozent), im Grossraum Zürich (+1,0 Prozent), in der Zentralschweiz (+0,3 Prozent), im Tessin (+0,9 Prozent) sowie in der Ostschweiz (+0,2 Prozent).





Wohneigentum wird erneut teurer

Während die Mieten im landesweiten Durchschnitt sinken, sind die Angebotspreise von Wohneigentum im Oktober weiter gestiegen. Rund 7120 Franken beträgt der geforderte Quadratmeterpreis bei Einfamilienhäusern aktuell, das sind rund 1,3 Prozent mehr als vor einem Monat. Wer Stockwerkeigentum erwerben will, muss im Mittel sogar mit einem Preis von 7980 Franken rechnen, wobei sich der Wert im Oktober kaum gesteigert hat (+0,2 Prozent).

Wohneigentum plus, Mieten minus – diese Momentaufnahme im Oktober zeigt die Situation auf dem Schweizer Immobilienmarkt exemplarisch. „Die tiefen Zinsen führen zu einem Anstieg von Vermögenspreisen wie Grund und Boden, während sie auf Anlegerseite den Bau von Mietwohnungen zu Renditezwecken befeuern und damit stagnierende oder sinkende Mieten nach sich ziehen“, erläutert Martin Waeber, COO von Scout24.

Mittlerweile ist die Inflation in vielen Ländern mit rekordhohen Zuwachsraten auch bei den Konsumentenpreisen angekommen. Ob dies die Zentralbanken zu einem Richtungswechsel in der Zinspolitik bewegt und damit möglicherweise auch die Trendwende auf dem hiesigen Immobilienmarkt bringt, werden die kommenden Monate zeigen.

Stand 31. Oktober 2021

 

Quelle: Scout24 Schweiz
Titelbild: Vadym Lavra – shutterstock.com

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